Skate-Nutzung unter der Europabrücke
Ab Frühling 2027 soll der Raum unter der Europabrücke in Zürich temporär als Skatepark genutzt werden. Mit einer einfachen und ressourcenschonenden Infrastruktur wird der bisher informell genutzte Ort zu einem sicheren und flexibel entwickelbaren Treffpunkt für Skateboarding und urbane Bewegungskultur.
Der Raum unter der Europabrücke wird seit mehreren Jahren von Skater genutzt. Ausgehend von selbstgebauten Elementen und improvisierten Obstacles hat sich dort eine lokale Skate-Community entwickelt. Nun soll diese bestehende Nutzung aufgegriffen und mit einer temporären Infrastruktur unterstützt werden. Hintergrund ist die geplante umfassende Sanierung der Europabrücke, die voraussichtlich 2028 bis 2032 stattfinden wird.¨
Bestehendes weiterverwenden
Für den Skatespot ist ein modularer DIY-Ansatz vorgesehen. Bestehende Strassenbauelemente des Tiefbauamts – darunter Jersey Barriers, Banks, Rails und weitere Bauteile – sollen mit geringfügigen Anpassungen als Skate-Obstacles eingesetzt werden. Dadurch kann mit vergleichsweise wenig Material- und Bauaufwand eine flexible Infrastruktur geschaffen werden.
Das Projekt wird von form – Austausch und Entwicklung von Skateboarding gemeinsam mit der Freestyle Halle Zürich und Vipers Skateboarding entwickelt. Auch Jugendliche sollen in die Gestaltung einbezogen werden. In Workshops können sie eigene Skate-Elemente bauen und dabei handwerkliche Erfahrungen sammeln.
Schrittweise weiterentwickeln
Die Infrastruktur soll nicht statisch sein, sondern sich gemeinsam mit den Nutzer weiterentwickeln. Über einen QR-Code können Rückmeldungen, Wünsche und Hinweise zu möglichen Mängeln gesammelt werden. Die Ergebnisse sollen regelmässig ausgewertet und im Rahmen eines jährlichen Aktionstags in die Weiterentwicklung des Skatespots einfliessen.
Für die sichere Nutzung werden die relevanten Anforderungen des BFU sowie die Normen für Skateparks berücksichtigt. Vorgesehen sind zudem klare Nutzungsregeln und definierte Benutzungszeiten.
Mit der temporären Nutzung wird ein heute bereits aktiv genutzter Ort weiterentwickelt und bis zum geplanten Umbau der Europabrücke sinnvoll genutzt. Gleichzeitig entsteht Raum für sportliche Aktivität, Begegnung und Eigeninitiative im öffentlichen Raum.
Yasmine Bastug
8000 Zürich (SUI)
Planung form skateboarding, Raumplanerin
Yasmine Bastug ist Geografin mit einem Masterabschluss der Universität Zürich. Ihren beruflichen Werdegang begann sie bei den SBB, der Stadt Zürich und dem Verband Fussverkehr Schweiz. Anschliessend war sie beim Amt für Raumentwicklung des Kantons Zürich tätig, bevor sie 2021 die Leitung der Stadt- und Landschaftsplanung der Gemeinde Davos übernahm. Yasmine unterstützt seit mehreren Jahren verschiedenste Projekte rund ums Thema Skateboarding. Sie gibt Workshops, organisiert Events und unterstützt DIY-Skateparks. Sie engagiert sich sich besonders für die FINTA-Community und setzt sich für mehr Sichtbarkeit, Austausch und Teilhabe innerhalb der Skate-Szene ein.





